Aktualisieren der Server-Festplattengrößen

Autor des Abschnitts: @toheine, @MachtDochNix, @cweikl

Hinweis

Achtung: Dies ist noch eine unvollständige Beschreibung. Findest du Fehler oder kannst zur Verbesserung beitragen, dann wende dich bitte an einen der Autoren des Abschnittes.

Überblick

  1. Starten der VM wie zuvor beschrieben ist erfolgt.
  2. Prüfen, ob die neuen HDD-Größen an die VM durchgereicht werden.
  3. Partitionsgrößen prüfen.
  4. HDD1 anpassen.
  5. HDD2 mit dem LVM anpassen.
  6. Reboot
  7. Tests durchführen.

3.1 Starten der VM

Starte die VM wie zuvor beschrieben.

3.2 HDD-Größen überprüfen

Auf der Konsole der Server-VM prüfst du zuerst, welche Festplatten des Hypervisor auch in der VM durchgereicht werden und welche Bezeichnung diese haben. Die im Hypervisor geänderten Größen werden hier bereits angezeigt, aber die Partitionen wurden noch nicht auf die neuen Größen angepasst.

Öffne die Konsole wie schon in einem vorherigen Abschnitt gezeigt, nachdem du in der Übersicht links den Server lmn-server ausgewählt hast.

Für den Login benötigst du folgende Informationen:

  • Login: root
  • Passwort: Muster!

Hinweis

Diese Daten dürfen bis zum Aufruf des Installationsskriptes nicht verändert werden!

In der geöffneten Konsole gebe folgenden Befehl ein:

lsblk

Du solltest jetzt die geänderten Größen angezeigt bekommen.

root@server:~# lsblk
NAME                     MAJ:MIN RM  SIZE RO TYPE MOUNTPOINT
sr0                       11:0    1 1024M  0 rom
xvda                     202:0    0  155G  0 disk
├─xvda1                  202:1    0    1M  0 part
└─xvda2                  202:2    0   24G  0 part /
xvdb                     202:16   0 1000G  0 disk
├─vg_srv-var             253:0    0  9,8G  0 lvm  /var
├─vg_srv-linbo           253:1    0   40G  0 lvm  /srv/linbo
├─vg_srv-global          253:2    0  9,8G  0 lvm  /srv/samba/global
└─vg_srv-default--school 253:3    0   40G  0 lvm  /srv/samba/schools/default-school

In Abhängigkeit deiner Virtualisierungs-Umgebung werden die Festplatten unterschiedlich benannt. Wir zeigen das hier an einem Beispiel mittels mit XCP-ng. Es kann also in deiner Konfiguration Abweichungen in der Bezeichnung geben. Passe diese bei den folgenden Befehlen dementsprechend an.

Die Bezeichnung xvda steht in XCP-ng für die 1. Festplatte der VM, xvdb für die 2. Festplatte der VM.

  • xvda1 ist dann die 1. Partition auf der 1. Festplatte der VM
  • xvda2 die 2. Partition auf der 1. Festplatte

vg-* steht für ein LVM auf der jeweils zugeordneten Festplatte. Im obigen Beispiel befindet sich das LVM auf der 2. Festplatte (xvdb).

Hinweis

Unter Proxmox oder KVM werden in der VM hingegen die Festplattenbezeichnungen sda für die 1. HDD und sdb für die 2. HDD des Systems verwendet. Die Nummerierung für die Partitionen bleibt erhalten. Die angeben sind je nach eingesetztem System ensprechend anzupassen.

3.3 Dateisystem prüfen

Lasse dir nun die aktuellen Größen des Dateisystems ausgeben.

df -h
root@server: ~# df
Dateisystem                       Größe Benutzt Verf. Verw% Eingehängt auf
udev                               5,9G       0  5,9G    0% /dev
tmpfs                              1,2G    7,7M  1,2G    1% /run
/dev/xvda2                          25G    5,7G   18G   25% /
tmpfs                              5,9G       0  5,9G    0% /dev/shm
tmpfs                              5,0M       0  5,0M    0% /run/lock
tmpfs                              5,9G       0  5,9G    0% /sys/fs/cgroup
/dev/mapper/vg_srv-global          9,8G     37M  9,3G    1% /srv/samba/global
/dev/mapper/vg_srv-linbo            40G    347M   37G    1% /srv/linbo
/dev/mapper/vg_srv-default–school   40G     74M   38G    1% /srv/samba/schools/default-school
/dev/mapper/vg_srv-var             9,8G    1,2G  8,1G   13% /var
tmpfs                              1,2G       0  1,2G    0% /run/user/0

Hier werden noch die alten Partitionsgrößen angegeben.

3.4 HDD1 anpassen

Partitionen auf der 1. HDD prüfen:

fdisk /dev/xvda

Sollte eine derartige Meldung

Warning: GPT - PMBR Größenunterschied (52428799 != 304087039) wird durch write korrigiert.

durch den Befehl ausgegeben werden, dann fdisk wieder ohne Schreibvorgang verlassen mit q.

Dieses Problem gilt es zunächst zu lösen.

Rufe dazu auf der Eingabekonsole das Programm parted auf.

parted /dev/xvda

Das Programm wartet dann auf eine Eingabe von dir.

root@server: ~# parted /dev/xvda
GNU Parted 3.2
/dev/sda wird verwendet
Willkommen zu GNU Parted! Rufen Sie >>help<< auf, um eine Liste der verfügbaren Befehle zu erhalten.
(parted)

Gebe print ein.

Es wird dann ein Größenproblem für die 1. HDD angezeigt und parted bietet eine Auswahloption an, um dieses Problem zu beheben.

Anmerkung zu den Platzhaltern xx, diese stehen für die ausgewählten Vorgaben deiner Installation.

 Warnung: Nicht der gesamte verfügbare Platz von /dev/xvda scheint belegt zu sein. Sie können die GPT reparieren, damit der gesamte Platz verwendet wird (zusätzlich xxx Blöcke) oder Sie können mit den aktuellen Einstellungen fortfahren.
Reparieren/Fix/Ignoiren/Ignore?

Gebe Reparieren ein, damit das Größenproblem gelöst wird und verlasse dann parted wieder durch Angabe des Befehls quit.

Danach erneut fdisk aufrufen, die 2. Partition löschen und neu mit neuer Größe anlegen. Die angegebenen Befehle musst du der Reihe nach abarbeiten.

fdisk /dev/xvda
p

p (print) zeigt dir die vorhanden Partitionen an

d

d bietet dir die Auswahl der zu löschen Partitionen durch die Angabe einer Nummer an. Hier also die 2

2

Nun gilt es die Partition neu anzulegen, das erreichst du mit n:

n

Die folgenden 3 Vorgaben kannst du einfach mit Enter übernehmen.

Partionsnummer (2-128, Vorgabe 2): 2
Erster Sektor (4096-xxx, Vorgabe 4096):
Letzter Sektor, +Sektoren oder +Größe{K,M,G,T,P} (4096-xxx, Vorgabe xxx):

Dir wird darauf die folgende Frage gestellt:

Eine neue Partition 2 des Typs "Linux filesystem" und der Größe xxx GiB wurde erstellt
Partition #2 enthält eine ext4-Signatur.

Wollen Sie die Signatur entfernen? [J]a/[N]ein:

Gebe ein N ein

Zum Beenden von fdisk verwendest du nun w damit deine Änderungen auf die Festplatte geschrieben werden.

Wollen Sie die Signatur entfernen? [J]a/[N]ein:

Befehl (m für Hilfe): w

Die Partitionstabelle wurde verändert.
Festplatten werden synchronisiert.

Nun muss die Partition noch auf die neue Größe erweitert werden. Gebe in der Konsole nun an:

resize2fs /dev/xvda2

Ab nun wird die neue Größe für der 1. HDD genutzt.

3.5 HDD2 mit dem LVM anpassen

In o.g. VM auf XCP-ng befindet sich auf der 2. HDD /dev/xvdb ein LVM.

Folgende Begriffe sind hierbei relevant:

  1. Physical Volume (PV)
  2. Volume Group (VG)
  3. Logical Volume (LV)
  1. Anpassen der PV - Größe auf die gesamte neue Festplattengröße

PV ermitteln

root@server:/srv/linbo# pvscan
PV /dev/xvdb VG vg_srv lvm2 [<100,00 GiB / 0 free]

PV Größenanpassung testen

pvresize /dev/xvdb
Physical volume „/dev/xvdb“ changed
1 physical volume(s) resized / 0 physical volume(s) not resized
  1. LV-Größen anpassen
lvextend -L+100G /dev/mapper/vg_srv-var

Der Befehl liefert folgende Ausgabe:

lvextend -L+100G /dev/mapper/vg_srv-var
Size of logical volume vg_srv/var changed from 10,00 Gib (2560 extents) to xx,xx GiB (xxxxx extents).
Logical volume vg_srv/var successfully resized.

Diesen Befehl wiederholst du für die anderen Logical Volumes

lvextend -L+200G /dev/mapper/vg_srv-linbo
lvextend -L+100G /dev/mapper/vg_srv-global
lvextend -l +100%FREE /dev/mapper/vg_srv-default–-school
  1. Dateisystem an die neuen Größen anpassen:
resize2fs /dev/mapper/vg_srv-var

Beispiel der Befehlsausgabe:

resize2fs 1.44.1 (24-Mar-2018)
Dateisystem bei /dev/mapper/vg_srv-var ist auf /var eingehängt; Online-Größenänderung ist
erforderlich
old_desc_blocks = 2, new_desc_blocks = 14
Das Dateisystem auf /dev/mapper/vg_srv-var is nun 28835840 (4k) Blöcke lang.

Wiederhole diesen Befehl für die anderen Logical Volumes.

resize2fs /dev/mapper/vg_srv-linbo
resize2fs /dev/mapper/vg_srv-global
resize2fs /dev/mapper/vg_srv-default--school
  1. Ergebnis prüfen
root@server: ~# df -h

Dateisystem                      Größe Benutzt Verf. Verw% Eingehängt auf
udev                              5,9G       0  5,9G    0% /dev
tmpfs                             1,2G    7,7M  1,2G    1% /run
/dev/xvda2                         25G    5,7G   18G   25% /
tmpfs                             5,9G       0  5,9G    0% /dev/shm
tmpfs                             5,0M       0  5,0M    0% /run/lock
tmpfs                             5,9G       0  5,9G    0% /sys/fs/cgroup
/dev/mapper/vg_srv-global         207G     59M  199G    1% /srv/samba/global
/dev/mapper/vg_srv-linbo          433G    368M  415G    1% /srv/linbo
/dev/mapper/vg_srv-default–school 236G     85M  226G    1% /srv/samba/schools/default-school
/dev/mapper/vg_srv-var            109G    1,2G  103G    2% /var
tmpfs                             1,2G       0  1,2G    0% /run/user/0

3.6 Reboot

Starte nun die Server-VM neu, um zu prüfen, ob die vorgenommenen Größenanpassungen funktionsfähig sind und der Reboot korrekt ausgeführt wird.

root@server: ~# reboot

3.7 Tests durchführen

Nachdem die VM wieder gestartet ist, melde dich an der Konsole an und prüfe mithilfe nachstehender Befehle, ob die Platten- und Partitionsgrößen nun deinen Wünschen tatsächlich entsprechen.

root@server:~# lsblk
NAME                     MAJ:MIN RM  SIZE RO TYPE MOUNTPOINT
sr0                       11:0    1 1024M  0 rom
xvda                     202:0    0  145G  0 disk
├─xvda1                  202:1    0    1M  0 part
└─xvda2                  202:2    0  145G  0 part /
xvdb                     202:16   0 1000G  0 disk
├─vg_srv-var             253:0    0  110G  0 lvm  /var
├─vg_srv-linbo           253:1    0  440G  0 lvm  /srv/linbo
├─vg_srv-global          253:2    0  210G  0 lvm  /srv/samba/global
└─vg_srv-default--school 253:3    0  240G  0 lvm  /srv/samba/schools/default-school
root@server:~# df -h
Dateisystem                        Größe Benutzt Verf. Verw% Eingehängt auf
udev                                5,9G       0  5,9G    0% /dev
tmpfs                               1,2G    6,8M  1,2G    1% /run
/dev/xvda2                          143G     13G  125G   10% /
tmpfs                               5,9G       0  5,9G    0% /dev/shm
tmpfs                               5,0M       0  5,0M    0% /run/lock
tmpfs                               5,9G       0  5,9G    0% /sys/fs/cgroup
/dev/mapper/vg_srv-global           207G     59M  199G    1% /srv/samba/global
/dev/mapper/vg_srv-default--school  236G     43G  184G   19% /srv/samba/schools/default-school
/dev/mapper/vg_srv-var              109G    3,5G  101G    4% /var
/dev/mapper/vg_srv-linbo            433G     40G  376G   10% /srv/linbo
tmpfs                               1,2G       0  1,2G    0% /run/user/0

Hinweis

Dieses Vorgehen musst du für die optionalen Server docker und opsi wiederholen, wenn du auch deren Festplattengröße verändert hast!

Im Folgenden wirst du die Festplatten der OPNSense® anpassen.